Irgendwas mit Kaffee

Wenn man mich fragt, was ich beruflich mit Kaffee mache, ist die Antwort inzwischen gar nicht mehr so einfach.

Rohkaffee? Ja.

Rösten? Ja.

Kaffeemaschinen? Auch.

Zubereitung, Trainings in der Gastronomie, Verkauf und inzwischen sogar die Frage, warum irgendeine neue Verordnung plötzlich etwas mit Kaffee zu tun hat?

Leider ebenfalls ja. 😉

Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum ich Kaffee nach all den Jahren immer noch spannend finde.

Kaffee beginnt für mich nicht an der Kaffeemaschine.

Bevor aus Kaffee ein Cappuccino, Espresso oder Filterkaffee wird, ist schon unglaublich viel passiert.

Da ist zunächst der Rohkaffee. Herkunft, Varietät, Aufbereitung, Ernte, Qualität, und natürlich die Menschen, die ihn angebaut haben.

Dann kommt das Rösten.

Aus einer grünen, ziemlich unscheinbaren Bohne soll genau der Kaffee werden, den man sich vorgestellt hat. Dabei reichen manchmal kleine Veränderungen, damit er sich am Ende ganz anders in der Tasse zeigt.

Und nein: Ein Röster hat keinen kleinen Knopf mit der Aufschrift „Schmeckt nach Schokolade“. Wäre manchmal praktisch.

Dann kommt die Technik.

Spätestens hier habe ich gelernt, dass Kaffee erstaunlich wenig romantisch sein kann.

Mahlgrad. Temperatur. Druck. Wasser. Mühle. Siebträger. Reinigung. Einstellungen.

Und irgendwo davor steht ein Mensch und sagt:

„Der Kaffee schmeckt heute irgendwie anders.“

Willkommen bei der Fehlersuche.

Genau diese Verbindung finde ich aber spannend. Kaffee ist Handwerk, Landwirtschaft, Technik und Sensorik gleichzeitig.

Kaffee in der Gastronomie.

Noch einmal eine ganz andere Seite von Kaffee habe ich durch Trainings in der Gastronomie kennengelernt.

Denn zwischen dem Wissen, wie ein guter Espresso theoretisch funktioniert, und einem gut laufenden Gastronomiealltag liegen manchmal Welten.

Da geht es um Zubereitung und Technik, aber eben auch um Abläufe, Zeitdruck, unterschiedliche Wissensstände im Team und darum, Kaffeequalität reproduzierbar hinzubekommen.

Und vor allem geht es um Menschen.

Ein Training funktioniert für mich nicht deshalb gut, weil ich möglichst viele Fachbegriffe untergebracht habe. Es funktioniert dann, wenn jemand anschließend versteht, warum er etwas macht, und dieses Wissen am nächsten Arbeitstag auch tatsächlich gebrauchen kann.

Das hat meinen Blick auf Kaffee ziemlich geprägt.

Und am Ende muß ihn jemand verkaufen.

Auch das ist eine Seite von Kaffee, die gerne vergessen wird.

Am Ende steht ein Mensch vor einer Theke, in einem Café, Restaurant oder Hotel und möchte schlicht einen guten Kaffee.

Und plötzlich geht es nicht mehr um Varietäten und Röstprofile, sondern um ganz andere Fragen:

Wie spreche ich über Kaffee, ohne einen Vortrag daraus zu machen?
Wie erkenne ich, was mein Gast eigentlich möchte?
Und wie wird aus einem Produkt etwas, das Menschen gerne wieder bestellen?

Auch das gehört für mich zur Kaffeewelt.

Und dann gibt es auch noch Themen rund um Kaffee

Je länger man sich mit Kaffee beschäftigt, desto mehr Themen tauchen auf, die man am Anfang überhaupt nicht auf dem Schirm hatte.

Verpackungen, Kennzeichnung, Nachhaltigkeit, neue gesetzliche Vorgaben oder die Frage, was gut gemeinte europäische Regelungen in der Praxis eigentlich bedeuten.

Das klingt zunächst ziemlich weit entfernt von einer guten Tasse Kaffee.

Ist es aber gar nicht.

Denn all diese Dinge beeinflussen, wie Kaffee produziert, verpackt, verkauft und am Ende beim Menschen ankommt.

Und auch darüber möchte ich hier sprechen – verständlich und gerne auch einmal mit einem kritischen Blick auf die praktische Umsetzung.

Kaffee aus verschiedenen Blickwinkeln

Genau darum geht es mir bei Coffee & Spirit.

Kaffee nicht nur aus einer Richtung zu betrachten.

Mich interessiert die Bohne genauso wie die Maschine. Mich interessiert, was beim Rösten passiert, aber genauso, was im Gastronomiealltag aus all der Theorie wird und was am Ende beim Gast ankommt.

Manchmal geht es um Sensorik.
Manchmal um Technik.
Manchmal um Menschen.
Und manchmal leider um eine EU-Verordnung.

Aber am Ende landet alles an derselben Stelle:

in einer Tasse Kaffee.

Und über die gibt es offensichtlich noch ziemlich viel zu erzählen.


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